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"Die
Schwälmer Tracht im Dorf Wiera" dokumentiert und
beschreibt den umfassenden Wandel der Kleidungsformen im letzten
Jahrhundert als Folge der sozialen und ökonomischen
Veränderungen sowie der Umwälzung der
gesellschaftlichen Ordnungsvorstellungen in einem kleinen
bäuerlichen, protestantisch geprägten hessischem Dorf
anhand lebendig wiedergegebener Zeitzeugenberichte.
- Als der Autor vor einigen Jahren
gemeinsam mit seiner Großmutter ein Buch über einen
bekannten Fotografen der Schwalm, einer nordhessischen
Region, anschaute, bemerkte sie in den Fotographien interessante
Details, welche sie als Zeitzeugin zu deuten und einzuordnen
verstand.
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Er hakte nach: sie erklärte ihm die
unterschiedlichen Merkmale der Tracht aus verschiedenen Regionen
der Schwalm.
In vielen Geprächen im Laufe der letzten
Jahre auch mit anderen Schwälmerinnen über die Tracht
wurde immer deutlicher, daß diese weitaus detailreicher
war, als dies bisher beschrieben wurde.
- Dies gilt sowohl für
unterschiedliche Kleidungsvarianten innerhalb eines Dorfes sowie
für die unterschiedlichen Kleidungsmerkmale verschiedener
Schwalmdörfer.
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In der Schwälmer Frauentracht kommen die
sozialen und ortsspezifischen Merkmale in ausgeprägterer
und deutlicherer Form zum Ausdruck kommen als bei der
Männertracht.
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Deutlich wurde vor allem, wie sehr die Tracht
als ein Mittel zur Zuordnung für Stand, Schicht, Lebenslage
und Ortszugehörigkeit ganz selbstverständlich
verstanden und genutzt wurde. So ist die Schwälmer Tracht
als eine Art nonverbales Kommunikationsmittel zu verstehen.
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Ohne ein Wort, nur auf einen Blick konnten
sich die Schwalmbewohner untereinander erkennen. Sie konnten
sofort etwas über die Lebenslage der betreffenden Person
anhand der Kleidung ablesen, mit allen Vor- und Nachteilen, die
ein Offenlegen der persönlichen Umstände mit sich
bringt. Dies trifft sicherlich auch auf andere hessische
Trachten zu, doch zeigt die Schwälmer Tracht ein wesentlich
umfangreicheres und vielschichtigeres Kleidungsverhalten auf.
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Die Männertracht befand sich schon
wesentlich länger - seit dem ersten Weltkrieg - in
Auflösung, was unter anderem zur Folge hatte, daß
sich die Kleidungsgepflogenheiten seit diesem Zeitpunkt immer
mehr vereinfachten bzw. sich die Vielfalt reduzierte.
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Der Zeitraum der differenziert beschriebenen
Kleidungsweisen erstreckt sich ungefähr vom Beginn der
zwanziger Jahre bis in die Gegenwart.
Zielgruppe: Das Buch wendet
sich sowohl an Ethnologen als auch an Heimatinteressierte und
Trachtenliebhaber.
Stichworte:
Volkskunde, Soziale Ordnung, Kleiderordnung,
Kleidungsverhalten, Sitten und Gebräuche, Trachten.
Gliederung
Hennighausen,
Ingo Die Schwälmer Tracht im Dorf Wiera: ein Beitrag zu
den Kleidungsunterschieden in der Schwalm / Ingo Hennighausen.
- Bielefeld: Mengedoht, 2001 ISBN 3 - 935812 - 00 - 0
32
Seiten, 31 Abbildungen, Format A4
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